Altlastenverdachtskarte

Beim Kauf eines Grundstücks lauert so manche Gefahr auf unerfahrene Bauherren. So mancher Verkäufer verschweigt nämlich wissentlich oder auch unwissentlich, wenn auf dem vermeintlich günstigen Bauland Verunreinigungen vorhanden sind. Häufig bemerken die neuen Grundstücksbesitzer erst, wenn die Bagger mit den Erdarbeiten beginnen, dass eine aufwendige Bodensanierung notwendig wird, bevor das geplante Bauvorhaben realisiert werden kann.

Altlasten sind in diesen Fällen der absolute Super-Gau, denn unweigerlich kommt es dann erst einmal zum Baustopp. Auf die Frage nach einem Baugrundgutachten, erhält der Bauherr meist nur ein leises Kopfschütteln und dann kann wird es kostspielig.  Denn Altlasten, die nach einer früheren industriellen, gewerblichen Nutzung Belastungen und Verunreinigungen des Erdreichs mit sich bringen, sind schwer zu beheben und zu entsorgen.

Gemeinden schreiben anderweitig genutzte Baugrundstücke trotzdem häufig als Wohngebiet aus. Der Gesetzgeber schreibt in diesen Fällen allerdings die Reinigung und Sanierung dieser verseuchten Böden durch den Grundstückseigentümer vor. Da können schnell zehntausende Euros zusammenkommen. Deshalb sollte vor dem Kauf eines Baugrundstücks genau geprüft werden, ob Altlasten vorhanden sind.

Hier leistet der Immobiliengutachter mit einem Bodengutachten wertvolle Dienste. Denn dieser wird bei der jeweiligen Gemeinde ein Altlastenverzeichnis bzw. die Altlastenverdachtskarte einsehen. Schließlich lohnt sich eine Nachfrage bei den regionalen Abfallbehörden und Bauämtern, welche ein Altlastenkataster führen. Hier kann der Grundstücksbesitzer erfahren, ob sein Boden mit Bauschutt, Chemikalien oder Öl vorbelastet ist. Nachdem der Gutachter einen Auszug aus der Altlastenverdachtskarte gesichtet hat, kann darüber entschieden werden, ob ein differenziertes Bodengutachten durch die Entnahme und Untersuchung von Bodenproben notwendig ist.

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